
Mir fiel es in der Vergangenheit immer schwer, etwas aus meinen Fehlern zu lernen. Damit meine ich nicht die Theoretischen Lektionen, sondern deren praktische Umsetzung.
Vor kurzem bin ich aber auf ein kleines Goldstück der Psychologie gestossen, und zwar die Funktionsweise von Angewohnheiten.
Was mir insbesondere klar wurde, war dass sehr viele Dinge die ich tue Angwohnheiten sind – eigentlich fast alles.
Zum Beispiel ist jede kleine Handbewegung und jeder Bewegungsablauf einmal in slow-motion geübt und erlernt worden, bis er schliesslich zu einer Angewohnheit geworden ist und vollautomatisch abläuft.
So ist es auch bei allem was Ich am Tag tue – sehr viele Dinge folgen einem Rythmus der sehr schwer zu durchbrechen und sich wieder Abzugewöhnen ist.
In dem Self-Help Programm „Wake Up Productive“ von Eben Pagan bin ich jetzt auf die Lösung dieses Problems gestossen. Er behauptet dort es gäbe eine psychologische Studie die folgendes herausgefunden hat:
1. Will man eine neue Angewohnheit haben, muss man sie etwa 90 Tage lang praktizieren, danach läuft sie automatisch ab.
2. Die ersten 30 Tage muss man WIRKLICH kämpfen, und das Unterbewusstsein wird sich sträuben. Dies sollte man erwarten.
3. Wenn man einen Tag Aussetzt, darf man nicht aufgeben sondern muss sofort weitermachen.
4. Nach den ersten 30 Tagen wird es immer leichter, aber bis zum Ende von 90 Tagen sollte man trotzdem kämpfen und sich z.B. Zettel aufhängen die einen an sein Vorhaben erinnern.
Das faszinierende daran ist, dass man sich bewusst ist, dass das harte Kämpfen nur 30 Tage dauern wird. Diese Aussicht auf das Ende des Kämpfens ist sehr motivierend und verhindert dass man zu schnell aufgibt.
Die Antwort auf die Frage „Wie schaffe ich es jeden Tag zu [insert vorsatz here]?“ , lautet also: 30 Tage Kämpfen!
Mein Vorhaben im Moment ist, so wie der Herr Pagan vorschlägt: Ein „Morning Ritual“ 30 Tage lang durchzuziehen.
Damit meint er eine Abfolge von Handlungen die man jeden Morgen durchführt, die vor allem langfristig dazu führen dass man in jeder Hinsicht viel mehr Energie hat.
Bei mir sieht dieses Morning Ritual folgendermassen aus:
1. Aufstehen – 0,5l Wasser Trinken
- Das habe ich schon mal ausprobiert und es ist toll. Man ist sofort hellwach und fühlt sich gut, denn in der Nacht dehydriert man bekanntlich ganz gut.
2. Hygieneaction und vor allem die Atemwege frei kriegen (Nasendusche, Inhalieren)
3. 15 min lockeres Workout o. einmal zum Rhein laufen und zurück
4. 15 minuten Zazen
Ich versuche noch die zugehörige Studie zu finden und poste sie dann hier.
5. Duschen und Rasieren
6. GESUNDes Frühstück (rohes Gemüse, Vitamine, lecker Käffschen – was für mich gesund ist dank niedrigem Blutdruck)
7. 15 Minuten Kopfworkout (japanisch workbook, kanji, vokabeln)
Morgen werde ich diesen Plan zum ersten Mal ausprobieren, um zu sehen wie lang ich im Bad brauche und ob ich dem Workout mehr Zeit Geben sollte.
Das Timing wird letztendlich so sein, dass ich am Ende des Rituals noch 15 minuten oder mehr Zeit habe um den Bus zur Uni zu kriegen – also ein lockeres Polster. Ich muss dafür selbstverständlich früher aufstehen, aber ich denke dass das klappt.
Eine geupdatete Version werde ich morgen posten, und berichten wie der erste Test gelaufen ist.
Bis denne!

1 comment
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April 2, 2009 um 6:38
ber17
Das finde ich interessant – habe auch schon drüber nachgedacht – weniger bezogen auf mit sichtbarer körperlicher Bewegung einhergehende Verhaltensweisen, sondern bezogen auf eigene Denkschablonen und wie / ob man ihnen entkommen kann